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Das gibt´s doch nicht... oder doch?

Sicher fallen euch beim Lesen ähnliche Geschichten ein, die ihr selbst erlebt habt... Traut euch und Wir freuen uns schon alle auf eure ganz persönliche Schmunzelgeschichte.

Zwar keine Schmunzelgeschichte, die mit Großfamilien zu tun hat, aber trotzdem so unglaublich, dass ich der Versuchung, sie hier zu veröffentlichen, nicht widerstehen konnte:

Mittwoch, 6.12.2006
Unser CD-DVD Brenner verabschiedete sich gestern und war nicht wieder auffindbar - soweit - so schlecht. Unser Computer wird am 29.12. zwei Jahre alt, was bedeutet: Nicht lange Rumfackeln und den Support anrufen, sonst ist die Garantie abgelaufen und dann muss man alles selbst zahlen. Ich schaue auf die Internetseite, krame die Rechnung hervor und bin froh, dass ich zur Abwechslung mal unter dem richtigen Buchstaben abgespeichert habe. M wie Medion! Aber der PC ist trotzdem nicht von Aldi, obwohl mir diese Frage auch von der Hotline-Mitarbeiterin gestellt wurde. Aber der Reihe nach:

1. Anruf
Kaum ist die Hotline-Nummer gewählt, erzählt mir eine freundliche, aber trotzdem computergesteuerte Frauenstimme jede Menge Zeugs, das ich gar nicht wissen will. Zwischen zwei Infos teilt sie mir immerhin mit, dass noch alle Plätze belegt sind und der nächste freie Platz für mich reserviert ist. Aber so oft wie sie das sagt, steigt in mir der Verdacht auf, dass es nur einen, maximal zwei Plätze gibt, sonst kann es doch nicht so lange dauern, oder aber, alle Medion-Besitzer haben irgendein Problem und legen den Support lahm, dann wäre das ein untrüglicher Schluss dafür, dass Medion Sch.. ist. Bevor ich den Gedanken zu Ende denke, meldet sich eine andere Frauenstimme, nicht computeranimiert und ich habe tatsächlich eine Mitarbeiterin aus Fleisch und Blut an der Strippe.
"Guten Tag, was kann ich für Sie tun?"
"Tja, mmhh, mein Brenner ist kaputt, also der Brenner an meinem Computer und da wollte ich fragen, ob..."
"Haben Sie denn schon eine Kundennummer?"
"Nein, nicht dass ich wüsste!"
"Sagen Sie mir bitte Ihre PLZ!"
Ich krame sie aus dem hinteren Stübchen hervor.
"Und nun die Straße!"
Auch diese gebe ich an und dann sagt sie tatsächlich unseren Namen. Woher weiß sie den? Ach ja, fällt mir ein, wir haben ja gleich nach dem Kauf damals, den Arbeitsspeicher aufgerüstet und diesen direkt bei Medion bestellt.
"Ist der PC von Aldi?"
"Nein von Plus!"
"Ach ja, haben Sie da überhaupt noch Garantie drauf?"
"Ja, Kaufdatum ist der 29.12.2004."
"Gut, dann brauche ich jetzt die MED S/N Nummer. Das ist eine 14stellige Zahl!"
"Und wo finde ich die?"
"An der Rückseite des PCs, ziemlich weit unten!"
"Da komm ich jetzt aber nicht dran, da muss ich den Computer erst ausmachen und alle Kabel ab, den hervorziehen und dann kann ich die Nummer ablesen! Haben Sie einen Moment Zeit? Dann mache ich das gleich, und gebe sie Ihnen durch!"
"Dann machen wir es lieber so: Sie schauen nach der Nummer und wenn Sie diese haben, dann rufen Sie wieder an. Ihre Kundennummer wissen Sie ja jetzt, die MED S/N Nummer halten Sie dann bereit und dann können wir Ihnen hoffentlich weiterhelfen!" Das Gespräch ist beendet. Ich fahre den Computer herunter, befreie ihn von seinen Kabeln und diktiere meiner Assistentin (Tochter) die 14stellige MED S/N Nummer.
2. Anruf!
Wieder meldet sich die Computerstimme und erzählt mir in aufmunterndem Ton erneut alles Mögliche, das ich nicht wissen will, bevor ich zu einer anderen Mitarbeiterin durchgestellt werde. Ich mache sämtliche mir zur Verfügung stehenden Angaben, die zum Glück ausreichend sind, um mich mit dem technischen Support zu verbinden! Bevor ich mich verabschieden kann, ist es still in der Leitung! Verblüfft schaue ich zwischen Hörer und Telefonapparat hin und her und begreife erst nach mehreren Sekunden, dass die Leitung tot ist. Also lege ich auf.
3. Anruf
Nach ca. fünfminütiger Information über Sachen, die ich nicht wissen will, werde ich wieder zu einer Mitarbeiterin durchgestellt und mache wieder alle mir zur Verfügung stehenden Angaben, ergänzt um die Information, dass ich wohl eben aus der Leitung geflogen sei! Das "ei" wabberte noch durch die Leitung, da war die Mitarbeiterin schon weg - aber diesmal die Leitung nicht tot, sondern putzmunter und voll Musik. Der technische Support meldet sich, diesmal ein Mitarbeiter - logisch, ein Mann, was sollen Frauen auch beim technischen Support? Ich erkläre ihm mein Problem, bzw. das des Computers, woraufhin er ziemlich überheblich die Frage stellt: "Woher wollen Sie wissen, dass das Laufwerk kaputt ist?"
'Hat der mir nicht zugehört?’ Ich erkläre es ihm noch einmal, aber auch das überzeugt ihn nicht.
"Das gehen wir jetzt einmal zusammen durch. Ist das Gerät an?"
"Nein!"
"Dann machen Sie es bitte an, ich muss ein paar Sachen mit Ihnen durchgehen, bevor ich entscheiden kann, ob der Brenner kaputt ist."
"Machen Sie Witze? Ich musste den Computer runterfahren und die Kabel abmontieren, um diese (blödsinnige) MED S/N Nummer abzulesen. Ich kann den jetzt nicht anmachen."
"Dann machen Sie die Kabel dran und fahren ihn hoch, sonst kann ich Ihnen nicht helfen!"
"Ja Moment, das dauert 2 Minuten!"
"Ja, Sie können ja wieder anrufen, wenn Sie damit fertig sind!"
"Moment", meine Stimme wird kieksig, "kann ich Sie direkt anrufen, das dauert immer so lange, bis ich durch....!"
"Nein", unterbricht der M..kerl, "ich habe keine direkte Durchwahl. Fahren Sie den Computer hoch und melden sich wieder!"
Zähneknirschend lege ich auf! Nachdem wieder alle Kabel ordnungsgemäß angeschlossen sind und der Computer geduldig das nächste Startszenario mitgemacht hat, greife ich wieder zum Hörer.
4. Anruf
Selbst die Computerstimme scheint zwischenzeitlich etwas genervt zu klingen, schließlich erzählt sie mir zum 4. Mal Sachen, die mich absolut nicht interessieren - aber dann klappt es, ich werde zu einer weiteren Mitarbeiterin durchgestellt, die mich relativ komplikationslos (nach Nennung sämtlicher Nummern) zum technischen Kundendienst durchstellt. Der nächste Herr, dasselbe Problem! Natürlich habe ich nicht den Mitarbeiter von eben an der Strippe, sondern seinen Kollegen. Ich schildere ein weiteres Mal das Problem, erweitert um die Angabe, dass ich auf Wunsch des Kollegen den Computer nun gestartet habe.
"Mmhh, und das Laufwerk reagiert nicht, wenn Sie den Knopf drücken um es zu öffnen?"
"Nein! Es reagiert nicht und ist weder im Explorer, noch im Geräte-Manager auffindbar!"
"Ok, dann öffnen Sie mal die linke Seite des Gerätes!" Ich schlucke!
"Ihr Kollege wollte, dass ich den Computer wieder anschließe und hochfahre. Das habe ich gemacht und wieder angerufen. Jetzt sagen Sie mir, ich soll den PC aufschrauben, dafür muss ich ihn aber erst wieder runterfahren. Das dauert einen Moment!"
"Sie brauchen ihn nicht runterfahren, sie können ihn auch gleich aufmachen!"
"Wie, ich soll den Computer im laufenden Betrieb aufschrauben?"
"Ja, das macht nix, da kommt höchstens ein wenig Staub rein! Ich kann das auch an unseren Außendienst weiter geben. Das dauert aber mindestens fünf Werktage, bis der sich bei Ihnen meldet, um einen Termin auszumachen. Und der schraubt dann auch auf und dann ist vielleicht nur ein Kabel locker. Das könnten wir doch auch jetzt gleich erledigen."
Ich hole Luft. Dann sage ich mit ruhiger Stimme: "Um den Computer aufzuschrauben, muss ich ihn hervorziehen. Das tut der Festplatte im laufenden Betrieb bestimmt nicht gut. Ich fahre ihn jetzt herunter und schraube ihn auf."
"Ja, und dann können Sie ja wieder anrufen!"
"Ha ha, ja dann kann ich wieder anrufen!"
Ich lege auf, fahre das Teil wieder runter, entferne sämtliche Kabel, schraube die linke Seite ab und taste die Stromkabel ab! Alles fest! Ich schiebe den Computer, offen wie er ist, wieder an seinen Platz, schließe alle Kabel an und fahre ihn wieder hoch. Jetzt bin ich ja eigentlich auf alle Eventualitäten vorbereitet.
5. Anruf
Die inzwischen ungeduldig gewordene Computerstimme erzählt mir einmal mehr Sachen die ich nicht wissen will. Die Hotlinedame Nr. 5 stellt mich zum technischen Support - Mitarbeiter Nummer 3 durch. Noch mal zusammengefasst: Nr. 1: Computer hochfahren, Nr. 2: Computer aufschrauben, warten wir mal ab, was Nummer 3 einfällt!
"Tja, da müssen wir jetzt den Auslieferungszustand wiederherstellen!"
"Waaas?!"
"Ja Sie haben beim Kauf 2 CDs erhalten. Haben Sie die Partition auf der Festplatte beibehalten?"
"Ja!"
"Wenn Sie ihre Daten alle auf Laufwerk D abgespeichert haben, dann gehen die janicht verloren, nur Daten auf Laufwerk C sind verloren!"
"Darum geht es doch gar nicht!" Ich habe meine Fassung wieder gefunden! "Die Daten sind gesichert! Aber wenn ich Ihren Vorschlag umsetze, dann sind sämtliche Updates, Programme was auch immer weg. Ich habe in den letzten Wochen keine Programme installiert, ich sehe überhaupt keinen Zusammenhang zwischen den inzwischen lange zurückliegenden Installationen und dem jetzt aktuell auftretenden Problem mit dem Laufwerk. Ich werde jetzt auf keinen Fall den Auslieferungszustand wieder herstellen!"
Pause!
"Ja, wenn das so ist. Wenn Sie nichts Neues installiert haben, dann hat es vielleicht doch andere Ursachen. Ich befrage mal meinen Vorgesetzten. Wissen Sie, ich arbeite noch nicht so lange hier und da muss ich bei manchen Sachen auch erst einmal nachfragen." Nu wird er mir ja irgendwie sympathisch. Nach ein paar Minuten meldet er sich wieder.
"Also, wir haben da erst noch einen anderen Weg, den wir beschreiten können. Sie haben den Computer eingeschaltet, dann machen wir jetzt Folgendes: "Sie klicken bitte auf Start und dann auf Ausführen, in das Fenster geben Sie dann 'regedit' ein!" Ab hier wird es kompliziert, er schleust mich durch den Registrierungs-Editor und lässt mich zwei Dateien löschen, deren Bedeutung sich mir nicht erschließt, ich hoffe nur, dass er weiß, was er mich da machen lässt. Zwischendurch werde ich mal lapidar gefragt, ob ich schon mal in der 'Regestry' gearbeitet habe, was ich verneine. Was für eine unsinnige Frage, welcher Otto-Normal-User arbeitet in der Registry seines Computers? 90 Prozent wissen sicherlich nicht einmal, was und wo das ist.
Nachdem der Vorgang beendet ist, soll ich das System neu starten, was ich mache - und siehe da, das Laufwerk ist wieder da.
"Wunderbar", freut sich der Supporter. "Sollte das Problem noch einmal auftauchen, dann gibt es noch ein paar Sachen, die wir machen können, wenn dass dann alles nicht hilft, müssen wir den Auslieferungszustand wieder herstellen!"
Mein Auto hat seit gestern ein Problem, vorne links klappert was, das war vorher nicht. Und irgendwie trau ich mich nicht die Werkstatt anzurufen….!

Die Trueman-Show???
Gestern war wieder so ein Tag...
Ich stand in der Küche und bereitete das Abendessen zu. Eine himmlische Ruhe herrschte, die Kleinen (Schnuffel und Luise) spielten friedlich, die älteste Tochter (Tusnelda) war mit ihrem Sohn (Kleinermann) in ihrem Zimmer, unser Sohn (Chaosman) traf sich mit Freunden draußen, ebenso die jüngere Tochter (Schönliebchen). Die beiden Großen (Grazia und Graziela) machten in ihren Zimmern Hausaufgaben... oder was auch immer. Ich genoss die Stille und schaltete die Friteuse an. Noch etwa 15 Minuten bis das Essen fertig ist. Nun, dann war es an der Zeit, die großen Kinder zum Tischdecken zu rufen. Gesagt - getan, per Haussprechanlage bitte ich die drei zu kommen. Und jetzt beginnt der Wahnsinn und die eigentliche Geschichte:
Eine Herde wilder Pferde, so kann man das beschreiben, was da jeden Abend bei uns passiert. Die Kinder fallen mit lautem Geschrei und Gelächter ins Esszimmer ein. Jede, aber auch wirklich jede hat plötzlich etwas ganz Wichtiges zu erzählen. Kleinermann fängt direkt zu schreien an... alle schreien, warum er dann nicht??? Luise will auch helfen. Helfen ist gut - wenn denn mal endlich jemand anfangen würde. Aber nein, erst muss erzählt werden, vom Freund und dem, der es nicht mehr ist, von der Schule, von den Schulkameraden, von den blöden Lehrern, von der wahrscheinlich schlechten Englischnote, von den tollen lustigen Sachen, die das Enkelsöhnchen gerade gemacht hat, von der neu entdeckten Internetseite, von...!!! Da erscheint auch mein Mann, ebenfalls mit großem Mitteilungsbedürfnis: Er hat, sage ich immer, ein Holzauge, will heißen, er kann nirgends entlangfahren oder auch gehen, ohne nicht irgendwo Brennholz zu entdecken. Und so dreht sich denn sein Gespräch auch nur um das eine Thema: Holz, Holzspaltmaschine, Holzstapel, Holzbeschaffung. Ehrlich, ich kann es nicht mehr hören und weiß genau, heute Nacht träume ich davon.
Endlich erbarmt sich die erste, der Tisch wird gedeckt, es folgen Teller und Besteck, ordentlich auf den Tisch gelegt. Kleinermann schreit schon wieder, er will alles wieder abräumen und kann nicht verstehen, dass er das nicht darf. Luise ist sauer, sie wollte doch den Tisch alleine decken, sie ist ja schon groß, bald 4 Jahre alt, und die Kanne ist ja auch nur mit 2 Litern randvoll. Heulerei. Geschrei. Tusnelda macht das Radio an, ihr ist es wohl zu leise??? Die Dezibellstärke in unserem Esszimmer würde inzwischen keiner Überprüfung der Berufsgenossenschaft mehr standhalten. Ein "... hübsches Ding" schallt mir entgegen. Meine Nerven beginnen sich zu spannen. Graziella erzählt von ihrem Ex-Freund. Immer noch - verdammt, warum ist er eigentlich Ex-Freund, wenn sie doch immer über ihn redet??? Grazia fragt, ob sie wohl heute Abend an den PC darf?? In Gottes Namen ja, wenn nur endlich der Tisch fertig wird. Ich verabschiede mich von der Vorstellung eines gemütlichen Chatabends. Die Pommes werden braun und brauner. Der im Backofen vor sich hinbrutzelnde Leberkäse krümmt sich langsam. Der Salat ist noch nicht fertig. Die Spiegeleier haben schon fast keinen Spiegel mehr. Tusnelda erbarmt sich und beginnt, den Salat anzumachen. "Wo ist die Sahne, Mama??" "Na wo schon, wohnst du schon länger hier? Im Badezimmer wahrscheinlich..." Nicht aufregen!!!! Der erste Trinkbecher fällt um, GsD war noch nichts drin. Endlich, endlich ist alles fertig, wir setzen uns. Holt noch einer die Majo und den Ketchup?? Wo ist eigentlich Schönliebchen?? Im Garten? Warum ruft sie niemand? Ich stehe auf, hole Majo und Ketchup, rufe die Kleine rein. Chaosman bleibt unauffindbar. Dann eben nicht, wer nicht kommt zur rechten Zeit... Als ich wieder sitze, will Luise auf Toilette, aber natürlich nicht alleine. Die Pommes auf meinem Teller sind noch lauwarm. Wir gehen zur Toilette, es dauert... und dauert..., ich sehe schon fast Wurzeln aus dem Töpfchen sprießen. Endlich fertig, anziehen - "ich mach das alleine!!" "Na gut, ich geh dann schon mal, kommst du nach?" "Nein, warte!" Ich warte. Endlich wieder am Tisch. Schnuffel will keinen Leberkäse, Graziella hat ihm aber trotzdem einen auf den Teller gelegt. Schreierei, Wut, "Ich geh auf meine Weintreppe!" (wo er das her hat?? wir schauen nie, aber wirklich nie Supernanny!!) - er zieht heulend ab. Keine Minute später kommt dann auch der Schrei: "Mama, hol mich!"- "Nein, ich esse!" "Mama!" So zieht es sich hin über 10 Minuten, dann hole ich ihn doch und fühle mich ....schlecht....! Ich glaub, ich habe meine Nerven heute in der Küche vergessen. Luise möchte ihr Essen gepustet haben. Klar, mach ich. Meine Pommes sind kalt. Es klingelt, Chaosman steht in der Tür. Schmutzig wie ein Bauarbeiter. Er geht sich waschen und umziehen und kommt an den Tisch. Wasser in den Becher, der Becher fliegt über den Tisch. GsD ist die Tischdecke abwaschbar. Er packt sich Pommes auf den Teller, die Hälfte fliegt daneben und auf den Boden. Uuups - nein, ich schimpfe nicht!! Die Gabel landet im Leberkäse, er schneidet sich ein etwa 5x5 cm großes Stück ab, steckt es in den Mund, verschluckt sich natürlich, prustet über den Tisch. Grazia wird es schlecht, das ausgespuckte Essen - in ihrem Gesicht gelandet - kommt nicht so gut. Ich besorge Lappen, wische den Tisch sauber. Der zweite volle Becher heute Abend fliegt, diesmal aber auf Grazias Teller. Na wenigstens muss ich diesmal nicht putzen. Meine Pommes sind eiskalt. Schönliebchen ist satt und steht vom Tisch auf. Schnuffel und Luise hinterher. Das Ganze natürlich begleitet von lautem Geschrei und Gezeter. Kleinermann will auch aufstehen. Der dritte Becher fliegt über den Tisch. Chaosman liegt fast unter dem Tisch und erzählt von seinen Freunden. Das Essen in seinem Mund sieht nicht sehr appetitlich aus. Ich sehe ihn an und muss schon die ganze Zeit an einen guten Bekannten denken, der mal sagte:

"Ich liebe dich weil du bist und nicht weil du bist wie du sein solltest oder könntest."

Die Musik dröhnt. Mein Mann redet - worüber wohl? - über Holz. Der Freund meiner Tochter, heute auch zum Essen bei uns, sitzt auf seinem Stuhl und amüsiert sich prächtig. Ich beginne zu essen. Die Pommes sind ungenießbar, weil kalte Pommes einfach nicht schmecken, auch nicht mit Majo. Die Spiegeleier sind alle weg, Chaosman ist satt, Bauarbeiten machen wohl hungrig. Der Leberkäse ist ebenfalls kalt, nun, damit kann ich leben. Vom Salat erhasche ich noch zwei letzte Blättchen. Ach ja, Grazia ist ja auf Diät.

Ich sitze da und sinniere, erinnere mich an den Film: "Die Trueman-Show". Und bin ein weiteres Mal überzeugt, dass das keine Fiktion ist. Dass ich sicher eines Tages feststellen werde: Auch das hier ist nur ein Film, und ich spiele die Hauptrolle. Und die Küche ist ganz bestimmt nicht der Nabel der Welt. Und ganz sicher gibt es auch noch Leben hinter dem Kindergarten. Ich habe nur den Ausgang noch nicht gefunden!!!

Unsere Pflegetochter wird heute 4 Jahre alt. Da sich ihre leibliche Mutter angemeldet hat, sie sich aber schon seit über einem halben Jahr nicht mehr sehen lässt und außerdem böse Emails ohne Ende schreibt, habe ich beschlossen, wir sind an dem Geburtstag nicht hier, fahren zu einem Indoorspielplatz, machen uns einen schönen Tag, flüchten sozusagen.
Nun, ich also gestern Abend alles für den großen Tag fertig gemacht. Kuchen gebacken, auch für den Kiga. Geschenke verpackt. Tisch geschmückt. Alles Klasse. Heute morgen haben wir die Kleine mit brennenden Kerzen geweckt, sie beglückwünscht, sie packte alle ihre Geschenke aus, freute sich wie ein Schneekönig über Rucksack und Federmäppchen. Dann machten wir uns mit Kuchen bepackt auf in den Kindergarten. Dort angekommen, schaut mich doch die Erzieherin etwas irritiert an und meint: "Ist der Geburtstag heute?? Dann hab ich das wohl falsch aufgeschrieben, bei mir steht der 31.03." Ich nun schon auch etwas irritiert ins Auto zurück, wo meine älteste Tochter wartete. Nachdem ich ihr von dem Gespräch mit der Erzieherin berichtet hab, sagt sie doch:"Ich hatte mich schon gewundert, dachte aber, du wirst ja wissen, wann Luise Geburtstag hat?" Schnell nach Hause, nochmal nachgeschaut... und was??? TATSÄCHLICH!!! Sie hat erst morgen Geburtstag... boah, wie oberpeinlich!!!! Natürlich feiern wir heute, das kann ich ihr jetzt nicht mehr erklären. Und wir fahren auch heute zu dem Indoorspielplatz (und feiern einfach "Nichtgeburtstag", wie Alice im Wunderland), weil ich nämlich morgen Nachmittag von unserem Verein aus ein Osterbasteln bei uns zu Hause organisiere und gar nicht weg kann. So können wir jetzt auch der leiblichen Mutter nicht aus dem Weg gehen, wie geplant...und alles nur, weil ich so schusselig bin. Werde ich langsam alt??? Ich weiß ja nicht.....
Aber ehrlich, ich könnte mich selber in den A... beißen!!!!

Eine kurze Schmunzelsache. Als ich mein zehntes Kind bekommen hatte, kam am nächsten Tag die Chefarztvisite. Die ganze "Crew" war schon als sehr lustig bekannt, aber als einer der Assistenzärzte zum Professor folgendes sagte, war ich doch baff: "Und hier eine Mutti, an der Sie sich ihre goldenen Armbanduhren verdienen!"

Liebe Gerda,
Hier eine Schmunzelgeschichte von uns ;-)

Wir waren dabei, unser zweites Kind zu adoptieren und gleichzeitig waren Freunde von uns schwanger. Da wir im Ausland adoptierten, war halt nicht von Anfang an klar, welche Hautfarbe unser Kind haben würde. Das war natürlich auch ein großes Thema für die Tochter (3 1/2) unserer Freunde. Wir haben viel darüber geredet, weil es sie interessierte und somit war für sie klar: Da kommt ein Kind, aber es kann weiß oder schwarz sein und es kommt halt nicht aus dem Bauch sondern aus einem Waisenhaus. - WIE klar es dann war, stellte sich ein paar Tage später heraus, als sie in großer Runde zusammen mit ihrer Mama und ihrem Papa stolz verkündete: "Wir kriegen ein Baby! Und zwar aus dem Bauch! Aber wir wissen noch nicht, ob es weiß oder schwarz sein wird!!!" ....

Lieber Gruss Diane (Luxi)

Als meine Kleine 4 Monate war, habe ich gerade wieder angefangen zu arbeiten. An einem dieser Tage wo eh´ schon alles schief geht und ich von der Arbeit geschlaucht war, (nur 4h Schlaf) musste ich wegen eines Notfalls den Kleinen meiner Nachbarin beaufsichtigen, damal 8 Wochen jung. Der war dann unerwarteterweise echt brav und satt, und meine Kleine hat später nochmal gepennt, die Jungs waren im KiGa. Die richtige Gelegeheit, der Küche und den Wäschebergen den Rücken zu kehren und im Kopfkissen nach meinen Nerven zu suchen. Gerade auf dem Weg der Erholung, quäkte das Baby. "Oh nein, hoffentlich nur Hunger", dachte ich mir, tastete im abgedunkelten Raum ohne Brille (3,75 kurzsichtig) nach dem Kind, trug es schwankend und zitterig in mein Bett, BH auf, Baby angedockt - - - Ruhe! "Danke, es gibt doch noch Gerechtigkeit" - - - wieder eingepennt. Nicht lange danach krähte das Baby wieder, allerdings nicht das an meiner Brust, sondern ein anderes. Hä??? Ihr wisst sicher, was jetzt kommt. Diesmal hätte meine Kleine Hunger gehabt, das hörte ich schon am Ton - ein jämmerliches "Wüääähähäh" klang an. Da dämmerte mir langsam, dass ich den Kleinen meiner Nachbarin an der Brust hatte. Oje wie peinlich! Zum Glück hatte der nicht viel Hunger gehabt und die Milch hatte meiner Süßen auch noch gereicht!!! Heute erzählt die Nachbarin noch begeistert wie ruhig und zufrieden ihr Kleiner war als sie ihn wieder abholte. Eigentlich war er schon 1 Stunde über der absoluten Hungergrenze.
Ich lasse sie mal in dem Glauben, dass ich halt eine gute Babypflegerin bin. Wenn die wüsste...

Nicht direkt eine Schmunzelgeschichte sondern eher ein Erfahrungsbericht von Claudia:
Letztes Jahr im Sommer war ich mit unserem jüngsten Kind hochschwanger. Wenn ich daran denke, oje, oje, die Hitze und dann die dicke Murmel. Naja, jedenfalls hatte ich schon vor der Schwangerschaft mit zu hohem Blutdruck zu kämpfen und durch die Schwangerschaft wurde es leider nicht besser. Aus diesem Grund musste ich öfter zur Kontrolle. Am 26.7.02 war wieder so ein Termin (4 Wochen vorm Entbindungstermin). Wie immer hatte ich gleich um 9 Uhr den Termin beim Doc und vorher noch den Stress, meine 2 Jüngsten zum Kindergarten zu bringen. Das allein steigert bei mir schon den Blutdruck, da die zwei Weltmeister im Trödeln sind. Wie immer ging an solch einem Tag besonders viel schief, aber irgendwie schaffte ich es dann doch, so halbwegs pünktlich beim Arzt einzutreffen. Im Wartezimmer war es so voll wie noch nie, hab´ gerade noch einen Sitzplatz ergattern können. Nach langer Warterei zeigte das gute Messgerät Werte von 200/ 120 an. Ich ahnte Schreckliches und so kam es dann auch: von wegen schönes Wochende, ich bekam einen Einweisungsschein fürs Krankenhaus.
Tja, nun am Freitag auf die Schnelle alles organisieren, zig Telefonate, aber 2 Stunden später war für alles gesorgt, mein Mann wusste Bescheid, dass er nach der Arbeit die Kids abholen muss und so fuhr mich meine Freundin dann samt dicker Reisetasche ins Krankenhaus.
Dort dann die obligatorischen Untersuchungen, große Augen bei meiner Antwort, das wievielte Kind das denn sei und beim kurzen Gespräch mit der diensthabenden Ärztin wurde mir eröffnet, dass man erstmal den Blutdruck beobachten wolle und mit anderen Medikamenten versuchen werde, ihn in den Griff zu bekommen ansonsten müsse man die Geburt einleiten. Dann kam ich in mein Zimmer, dort lag schon eine junge Frau mit der ich mich auf Anhieb super verstand, wenigstens das war positiv.
Das Zimmer lag ganz hinten, war sehr klein und hatte 2 Fenster nach Osten und Süden, somit hatten wir den ganzen Tag die Sonne im Zimmer, was bei den Rekordtemperaturen nicht gerade verlockende Aussichten waren.
Tja, nun war ich also "weggesperrt" von meiner Familie und mein Mann musste extra Urlaub nehmen, damit er die Kinder, die ja Ferien hatten (auch der Kindergarten machte für 3 Wochen zu), betreuen konnte. War ´ne harte Zeit für ihn.
Für mich kam dann die Krankenhausroutine. Jeden Morgen wurde man um 6 Uhr geweckt zum Fieber und Blutdruck messen, Betten wurden gemacht, schnell zum CTG und da 20 - 30 Minuten liegen und um 7,30 Uhr gab´s Frühstück, danach Visite, die Reinigungsfrau und die ersten Besucher für meine Bettnachbarin. Der Besucherstrom ebbte den ganzen Tag nie ab, meine Güte so viele Verwandte und Bekannte!
So schlichen die Tage dahin. An einem Tag wurde ich zum Reistag verdonnert weil man sich davon eine Blutdrucksenkung versprach. Also ehrlich, ich hab noch nie etwas Vergleichbares gegessen ... es war widerlich, nur ein winzig kleiner Klecks Reis auf dem Teller mit undefinierbaren geschmacklosen Früchten garniert, aber ich kaute daran ewig und der Teller wurde nicht leer. Der Blutdruck ging davon natürlich nicht runter. So ging die erste Woche zu Ende und mir wurde versprochen, dass ich gleich Anfang nächster Woche dran sei mit der Geburtseinleitung. Meine Bettnachbarin wurde in ein anderes Krankenhaus verlegt. Ich hatte das Zimmer nur kurz für mich allein, dann kam schon eine neue Schwangere, die liegen musste. Und auch hier kam viel Besuch, sodass an Ruhe nicht zu denken war. Ich freute mich nun darauf, dass ich bald mein Baby im Arm halten würde und dass ich dann nach Hause zu meinen Kids könnte. Der Montag kam und bei der Visite sagte die Ärztin: "Naja, die Woche werden wir das dann irgendwann einleiten, heute und morgen noch nicht aber bis zum Ende der Woche wird es schon klappen."- Nun musste also mein Mann weiteren Urlaub in seiner Firma beantragen, man war der sauer! Jeden Tag hoffte ich nun, dass ich am nächsten Tag dran sein würde, aber immer wurde ich vertröstet. Meine Nerven lagen blank. Am 8.8. musste ich wieder zur Untersuchung, da stellte die Ärztin fest, dass der Muttermund schon 2 cm geöffnet sei und die Fruchtblase ganz prall am Ausgang sitzen würde, sie rechne damit, dass die heute noch platzen könnte und es somit von allein losgehen würde. Und rechtzeitig Bescheid sollte ich sagen weil´s doch bei mir immer so rasend schnell ginge, nicht, dass das Baby noch hier auf der Station zu Welt käme. Hoffnungsvoll ging ich zurück in mein Zimmer. Nur leider verging der 8.8., (mein Wunschgeburtsdatum) ohne dass die Blase platzte oder sonst etwas passierte. Aber am nächsten Tag sollte nun wirklich die Geburt eingeleitet werden.
Um 6.30 Uhr holte mich die Hebamme erstmal zum CTG, dann bekam ich den super Einlauf, durfte mich für ´ne halbe Stunde auf dem WC vergnügen und sollte dann im Zimmer warten bis ich abgeholt werde ... Die Zeit zog sich wie Kaugummi und eine Angst hatte ich...
Dann endlich gegen 8.45 Uhr machte sich die Hebamme, die leider sehr wortkarg war, mit mir auf den Weg zum Kreißsaal. Dann wurde ich auf dem riesigen Geburtsbett wieder verkabelt und die Blase geöffnet. Die Hebamme verschwand in den Nebenraum um ihren Schreibkram zu erledigen. Ab und zu kam eine Frage zu meinen Daten aus dem Nebenraum, ansonsten fühlte ich mich ziemlich allein gelassen, Wehen waren auch noch keine in Sicht. Die Minuten krochen dahin und ich dachte noch so, na wird wohl diesmal nix mit ´ner 25Minutengeburt.
Gegen 10 Uhr hatte ich die erste Wehe, nun kam auch endlich die Hebamme und ich durfte aufstehen, wenigstens vorm Bett 2 Schrittchen machen. Ich stand da vielleicht 2 Minuten, da kam schon die nächste starke Wehe. Mir wurde dann etwas schwindlig und ich legte mich wieder aufs Bett. Die Hebamme untersuchte kurz und meinte, ich solle mich bereit machen zum Pressen. Da war es 10.15 Uhr. Ich dachte noch, kann doch nicht sein, ich hatte doch noch gar keine langen Wehen, aber ich begann dann zu pressen bei der nächsten Wehe und spürte, wie sich das Baby zum Ausgang schob. Nach 2 Presswehen war es geschafft und ich begrüßte mein 7. Kind .. Ein kleiner Junge, 4180g schwer, 55cm lang und 38cm Kopfumfang. Die Hebamme meinte, dass es wohl ein 5Kilokind geworden wäre wenn er bis zum Ende drin geblieben wäre. Jedenfalls war ich happy, dass die Geburt überstanden war, mit so wenigen Wehen hatte ich nicht gerechnet.
Nach 4 Stunden (vorher hatte niemad Zeit, mich nach unten zu bringen) kam ich wieder auf die Entbindungstation in ein anderes Zimmer. Meine neue Bettnachbarin war auch noch im Kreißsaal, sie hatte 2 Stunden nach mir entbunden, aber das Zimmer war plötzlich voll mit Besuchern für sie, es waren so ca. 10 Mann!
Der Kleine bekam am 2. Tag ganz doll die Neugeborenengelbsucht, also musste ich noch im Krankenhaus bleiben obwohl ich ja eigentlich gleich am Tag nach der Geburt nach Hause wollte. Durch die Gelbsucht war der Kleine sehr schlapp und trank schlecht, so kam die Milchbildung nicht so recht in Gang. Da ich gern stillen wollte, bat ich eine Schwester, ob ich denn nicht an die elektrische Milchpumpe könne. Die Schwester hatte den Tag keine rechte Lust auf Arbeit, sah sich nur kurz meine Brust an und meinte dann, nee, da sei noch nix drin, es gäbe keine Pumpe! Fertig war sie mit mir. Ich war sowas von sauer, da ich ja merkte, dass die Milch langsam einschoss und nun konnte ich nichts dafür tun, dass es auch richtig in Schwung kam.- Zum Glück stand am nächsten Tag meine Entlassung bevor, nach 19 Tagen Krankenhaus! Ich war so froh, dort endlich raus zu kommen, besonders nach der tollen Abfertigung am Vortag.
Bei der Abschlussuntersuchung legte mir die Ärztin noch ans Herz, dass ich mich doch sterilisieren lassen sollte, denn noch ein Kind würde ich doch wohl nicht mehr haben wollen. Da dachte ich so bei mir, so was gibt´s doch gar nicht ... und wenn ich mir 20 Kinder anschaffen würde dürfte das doch der Ärztin völlig egal sein.
Lustig fand ich auch immer die Reaktionen, wenn andere Frauen von der Station fragten "Das wievielte Kind ist es denn bei Ihnen?" Die ungläubigen Gesichter, die sie alle machten, wenn ich antwortete "das 7." werd ich wohl mein Lebtag nicht vergessen*grins*!!! Tja, und nun wird mein kleines Wunder schon bald 1 Jahr alt! Wie doch die Zeit verrennt...............

Marten (damals 3) läuft monatelang mit einem imaginären Arbeitskollegen durchs Haus. Der heißt "Herr Männi", kann nach Aussage von Marten handwerklich einfach alles und ist ihm ein unermüdlicher Partner bei seinem entsprechenden Tatendrang - was ja grundsätzlich begrüßenswert ist, in unserem Fall aber einen gewissen Nachteil hatte: "Herr Männi" musste nämlich auch von mir immer mitberücksichtigt werden: man durfte ihm z.B. nicht die Tür vor der Nase zumachen oder ihn gar bei einem Gespräch übergehen. Nun machte es mir innerhäuslich nicht viel aus, "Herrn Männi" (mit dem ich übrigens nie per Du geworden bin) als zusätzliche Person bei uns aufzunehmen. - Grenzwertig wurde es jedoch, als Marten seine rege Kommunikation unter Kollegen auch öffentlich fortsetzte Klatschsmiley - so im Supermarkt, oder, intensiver noch, weil auf vertrautem Handwerker-Terrain: im Baumarkt. Durchaus ungerührt über die ungläubig staunenden Blicke der übrigen Kunden fachsimpelte er lautstark mit "Herrn Männi", während ich wohl mehr gequält gelächelt habe.

Vor einiger Zeit (mein Jüngster saß noch im Sportwagen), besuchten meine Mutter und ich mit vier eigenen und drei Besuchskindern im Alter zwischen 8 und einem Jahr den Märchengarten in Ludwigsburg. Wir zogen natürlich alle Blicke auf uns (einen Hund hatten wir damals auch dabei, Sina ist groß und lebhaft). Kopfschüttelnd und Sprüche vor sich hin murmelnd ("sind das alles Ihre" und "das im Zeitalter der Pille") folgte uns eine ältere Frau zum Froschkönigteich. Die Kinder liefen durch das Buschlabyrinth voraus, ich hörte einen Schrei und Platsch, mein Sechsjähriger war in den Teich gesegelt. Es war kühl und regnerisch und mein Florian hatte keine trockene Faser mehr auf dem Leib. Ich trocknete ihn in Windeseile mit meinem Sweatshirt ab, jedes Kind gab ein Kleidungsstück, so war er dann wieder trocken angezogen. Etwas seltsam zwar mit Leggins von der großen Schwester, Unterhemd von seinem Freund, Pulli meiner Mutter, Regenjacke vom Tageskind, aber: wir konnten den Tag noch genießen. Im Weitergehen sagte ich zu der fassungslosen älteren Dame: "Sehen Sie, wenn ich jetzt ein Einzelkind hätte, müsste ich gleich heimfahren."

Wir machten Urlaub in Vias in Südfrankreich. Simon, unser Jüngster, war zweieinhalb Jahre alt und wurde bei Spaziergängen im Buggy gefahren. Wir schlenderten an den Geschäften vorbei. In der Vorsaison war noch nicht allzuviel los. Wir blieben mal hier stehen, schauten mal dort und genossen einfach alles um uns herum. In der Ferne hörten wir ein Kind schreien - energisch, wütend, verzweifelt! Zu meinem Mann gewendet sagte ich: "Also wenn ich nicht wüsste, dass Simon im Buggy sitzt, dann würde ich glauben, er schreit da hinten!" Damit schaute ich in den Buggy vor mir - und der ist leer! Es war Simon! Er musste an einem unserer Besichtigungspunkte unbemerkt ausgestiegen sein.

Unser Jüngster war gerade sechs Wochen alt. Ein wunderschöner Nachmittag im August... und er schlief seelig in seinem Stubenwagen auf der Terrasse. Der Älteste war mit einem Freund spielen, seine Schwester kicherte mit ihrer besten Freundin im Wohnzimmer beim Verkleiden und die zweijährige Anja fuselte um mich herum. Baby Ein zufälliger Kontrollblick auf den Kalender beschleunigte meinen Puls ungemein: die U3 (Vorsorgeuntersuchung) samt Impfung für den nichtsahnenden Schläfer sollte in einer halben Stunde beim Kinderarzt stattfinden. Weil wir nur ein Auto haben, müssen solche Aktionen immer sorgfältig geplant werden, da ich meinen Mann in solchen Fällen entweder morgens zum Arbeitsplatz fahren muss oder er kommt entsprechend früher nach Hause. Heute war nun keins von beidem der Fall, denn ich hatte den Termin einfach nicht rechtzeitig registriert. Nun spielte sich ungefähr Folgendes wie im Zeitraffer ab: Freundin anrufen, um ihr Auto auszuleihen, Freundin nicht da, andere Freundin anrufen, ebenfalls Fehlanzeige. Im Geschäft anrufen und meinen Mann fragen, ob er früher (sofort) nach Hause kommen kann, er kann - in einer halben Stunde; Untersuchungsheft, Impfpass und Chip raussuchen, schnell umziehen, Anja muss mal, beim Arzt anrufen, ob es wohl etwas später werden dürfe, es wird mir - klar - eine längere Wartezeit in Aussicht gestellt, aber es gehe nur noch, wenn ich so schnell wie möglich käme, meine Mittlere möchte mit Freundin in Papas Jacke, in der beide zusammen stecken, schnell fotografiert werden, als ich nicht will, ziehen sie murrend die Jacke aus und klemmen den Reißverschluss in den Pulli; gerade will ich versuchen, die beiden zu befreien, da klingelt mein Großer mit Freund und hat beschlossen, hier weiterzuspielen. Ein Blick auf die Uhr trägt nicht zu meiner Beruhigung bei und der Reißverschluss klemmt immer noch, also muss sich ein Kind nach dem anderen nach unten rauspellen und die Freundin bekommt einen Pulli von uns. Endlich - ich höre den Motor des Garagentors, schnell Schuhe an, da fragt Anja: "Mama, wo gehst du hin?" "Ich geh´ schnell zum Arzt." "Ich auch!" "Nein, lass mich geschwind alleine gehen, Papa ist ja da." Weinen, Schreien (mein Mann ist eigentlich gar nicht so schlimm) und schon läuft sie in die Garage. Ich packe noch gerade ihre Schuhe und renne hinterher. Ein flüchtiger Begrüßungskuss mit meinem Frühheimkommer und schon bin ich im Auto, ziehe der Kleinen die Schuhe an, setze sie in den Kindersitz und starte. Oh Mann, ich hab`das U-Heft und die Chipkarte vergessen. Wieder raus, das Vergessene holen, ins Auto und jetzt aber los. Beim Rückwärtsfahren fällt mein Blick auf Anja und da... Mensch - Oliver! - der Grund der ganzen Aktion, liegt immer noch oben in seinem Stubenwagen. Ich muss derart lachen, dass jeder stille Beobachter sicher den Verdacht gehegt hätte, mich hätte es wohl ein paar Nerven zu viel gekostet.
Unterwegs an den diversen Ampeln habe ich mir dann ausführlich vorgestellt, was der Arzt wohl gesagt hätte, wenn ich mit Untersuchungsheft aber ohne Baby vor ihm gestanden wäre!

Die drei Großen sind im Kindergarten und in der Schule, der Kleine ist schon geraume Zeit müde und quengelt. Ein wenig halte ich ihn durch Ablenkungsmanöver noch hin. So kann ich ihn schließlich gleich in den Kinderwagen legen und eine halbe Stunde vor Kindergartenende von zu Hause weggehen, damit ich auf dem Weg noch einkaufen kann. Fünf Minuten bevor ich das Haus verlassen will, klingelt es und der Schornsteinfeger steht vor der Tür (natürlich weiß ich, dass er sich angekündigt hat, hatte es wohl nur vergessen). Ihn leise am Kinderwagen vorbeibugsierend, hoffe ich, dass er schnell macht. Endlich ist er wieder draußen - so jetzt aber nichts wie weg. Auf halber Treppe fällt mir ein, dass der Einkaufszettel noch oben liegt, das inzwischen klingelnde Telefon ignoriere ich und renne raus. Ein paar Meter vom Haus entfernt überkommt mich plötzlich ein ganz ungutes Gefühl und ich merke, dass der Kinderwagen samt Baby ja noch im Flur steht. Wieder an der Haustür finde ich den Schlüssel nicht, der liegt einen Meter von mir entfernt, aber auf der Treppe und somit der inneren Seite der Tür. Ich renne zur Nachbarin, die immer einen Ersatzschlüssel hat, nachdem sich herausstellte, dass eine meiner Schwächen darin besteht, besagten Schlüssel zu vergessen. Die Nachbarin ist Gott sei Dank zu Hause, gibt mir den Schlüssel, ich hole den Kleinen und - noch 20 Minuten. In aller Hast rase ich einkaufen, kurve mit dem Wagen um die schmalen Ecken unseres kleinen Supermarktes, bleibe mit dem Rad an einem Karton hängen und durch den ziemlichen Hoppler schrickt Junior aus dem Schlaf hoch und Baby brüllt wie am Spieß. Ein Baby schreien lassen und dabei ganz cool mit ihm reden, wie ich es schon beobachtet habe, war noch nie meine Sache. Ich nehme das verzweifelte Bündel aus dem Wagen und denke natürlich nicht an das in der Zwischenzeit ziemlich volle Einkaufsnetz am Lenker des Kinderwagens. Das ist mir nur dieses eine Mal passiert, denn das Folgende war so einprägsam, dass ich es so schnell nicht vergessen habe: der gesamte Wagen kippt nach vorne, der Knall der Sektflasche, die eigentlich für den Geburtstag meiner Freundin bestimmt war, ist das erste, das ich höre, sehr schnell ergießt sich der Sekt unter das nebenstehende Regal. Hilfreiche Hände sammeln auf, stellen den Wagen richtig hin, ich packe das Kissen und den Schnuller samt Teddy wieder ein, eine Verkäuferin putzt den aufgeplatzten Joghurt vom Boden und anschließend den Sekt weg. Der Kleine hat sich in der Zwischenzeit wieder soweit beruhigt, dass ich ihn in den Wagen und die noch brauchbaren eingekauften Sachen in einen Einkaufswagen legen kann, den die freundliche Verkäuferin ins Lager schiebt zwecks späterer Abholung, denn zum Anstehen und Bezahlen bleibt mir nun keine Zeit mehr, der Kindergarten ist sowieso schon aus. Auf dem Weg dorthin kommen mir einige Kinder mit ihren Müttern entgegen und ich kriege noch ein paar "lustige" Bemerkungen mit auf den Weg. Als ich endlich ankomme, sind meine Kinder mit der Kindergärtnerin wieder hineingegangen, ich nehme den Kleinen also wieder raus und werde drinnen mit den Worten empfangen: "Ach hallo, wir haben gedacht, wir gehen noch mal rein, Sie werden uns schon finden. Es gehen doch übrigens Windpocken bei uns rum, und ich glaube, Andrea hat sich angesteckt, schauen Sie mal ihr Gesicht an." Ich glaube, dieser Tag hat es nicht so gut mit mir gemeint. Natürlich bekamen alle vier Kinder in zeitlicher Versetzung die Windpocken.

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